Kampf vs. Akzeptanz

Oft lese ich von Kämpfen, die Menschen gewinnen wollen. Meistens sind es Krankheiten: Der Kampf gegen die Kolik. Der Kampf gegen den Krebs. Der Kampf gegen das Virus. Es klingt heroisch. Als wären wir alle kleine Krieger, die sich angeschlagen mit aller Kraft gegen die bösen Zustände wehren, vermeintlich zurecht, denn wer will schon Kolik, Krebs oder Viren? Niemand.

Und doch kommen wir nicht drum herum. „Haben den Kampf verloren.“ liest man dann oft, wenn es anscheinend vergeblich war und der Tod uns einholt. Wie gefallene Soldaten möchten wir die Verlierer dann feiern, denn wenigstens haben sie gekämpft.

Kein Pferd und übrigens auch kein anderes Tier hat je zu mir gesagt, dass es in Kampf treten möchte oder im Kampf wäre mit dem Zustand einer Krankheit. Natürlich gibt es Beschwerden und Wünsche, einen bestimmten Zustand zu ändern, jedoch meistens sehr viel seltener, als von Seiten der zugehörigen Menschen. Meistens gibt es auf die Frage nach Krankheiten oder Symptomen eher: Akzeptanz. Pferde versuchen meist, mit etwas zu leben. Es ist nicht in ihrer Natur, mit etwas in Kampf zu treten, was zu ihnen gehört. Nicht jedes Pferd meistert diese Akzeptanz von Anfang an gut und vielen tut Hilfe dabei gut. Aber keinem war bisher damit geholfen, wenn der Mensch dazu den Kampf dagegen ausspricht.

Für ein Pferd und auch für andere Tiere ist es ein wichtiger, sehr heilender Schritt, wenn sein Mensch den Frieden mit gewissen Zuständen macht. Das heißt nicht, dass man bei entsprechendem Wunsch nicht Maßnahmen zur Linderung oder Heilung durchführen darf. Aber eben friedvoll und im Respekt der Wünsche des Tieres. Die Akzeptanz und der Frieden damit lässt ein liebevolles Umfeld entstehen, in dem sein darf, was ist. In dem man nicht falsch ist, weil man krank ist. Das allein nimmt vielen Krankheiten schon den Schrecken und lindert die Symptome.

Je mehr wir Menschen den Schrecken, die Angst und das Drama aus der natürlichen Versehrtheit nehmen, umso friedlicher wird unser Leben und das unser Liebsten. Der Trend unserer Gesellschaft geht derzeit in eine völlig andere Richtung und falls du dich damit unwohl fühlst, dann wisse: Diesen Kampf werden wir niemals gewinnen. Der wahre Sieg ist die friedvolle Akzeptanz und das Wissen, dass alle Zustände Geschenke an unsere wachsende Seele sind. Wirklich alle.

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