Dienstende

Regelmäßige erhalte ich Rückmeldungen meiner Kunden, wie großartig meine Arbeit ist und was sie alles für Menschen und Pferde und andere Tiere verändert hat. Solche Kundenstimmen zu bekommen ist seit vielen Jahren das Elixier, von dem sich der Egoanteil in mir ernährt, der immer wieder wissen will, ob ich meine Sache auch gut mache. Früher war er viel größer und obwohl er, wenn er zu groß ist, sehr anstrengend und erschöpfend sein kann, ist er auch hilfreich gewesen. Er hat von Anfang an sichergestellt, dass ich nicht aus Versehen abhebe und fälschlicherweise davon ausgehe, dass ich immer weiß, was ich tue oder was hier eigentlich so Sache ist. Nur deshalb bin ich so erfolgreich in dem, was ich tue.

Dennoch ist dieser Anteil in mir auch Schuld daran, dass ich jahrelang viel zu viel getan habe. Es mussten noch mehr Menschen und Tiere zusammengeführt werden, es war ihm nie genug. Ich musste noch mehr Kurse geben, meine Arbeit immer noch weiter entwickeln, sie noch besser machen. Das war anstrengend.

Heute weiß ich, dass diese Rückmeldungen nicht wirklich diesem Anteil oder mir als Mensch Catherin in diesem Leben gelten. Sie gelten den Menschen selbst, die sie schreiben. Denn sie sind es, die mich als Lehrerin auserkoren haben, die sich getraut haben, dem Ruf ihrer Seele zu folgen und mit Pferden und anderen Tieren sprechen zu lernen. Selbst, wenn sie dachten, ich würde ihnen das beibringen, so haben sie es sich doch selbst beigebracht. Ich bin nur das Werkzeug, was hier und da die Weichen gestellt hat bei der Befreiung ihrer Selbst. Es war schön, dieses Werkzeug zu sein. Doch ist es nicht nur der harsche Kritiker in mir, der sich jahrelang nichts auf diese Rückmeldungen eingebildet hat.

Es ist mein tiefstes Seelenwissen, welches mich immer wieder daran erinnert, dass ich hier nur im Dienst stehe. Ich führe aus, was höhere Instanzen für genau hier bei mir als richtig in die Welt zu geben empfinden. Ich bin selbst durch so viele „Zufälle“ bis hier her gekommen, habe schon so oft die genau passende Fügung der Umstände erlebt, damit alles so passieren kann, wie es passiert ist, dass ich ganz sicher bin: Das wird gesteuert. Und zwar nicht nur von mir selbst. Mein Beitrag war es, klar und deutlich „Ja“ zu sagen zu diesem Auftrag und meine Seele in Liebe mitfließen zu lassen. Seitdem passiert es so, wie es soll. Ich mache mit, schwimme weiter, nehme an. Ich stehe im Dienst.

Auch heute freut sich mein Ego über so liebe Zeilen und ich bin berührt und dankbar. Aber heute weiß ich, trotz dieser Worte, dass meine Reise im Dienst bald zuende geht. Ich darf ankommen und darf ruhen. Ich darf meinem Naturell nachgehen, kontaktscheu in Weite Zuhause zu sein, ohne mich anderen anzubieten. Es wird schön.

Die Pferdeflüsterer Ausbildung wird in dieser Form, von mir unterrichtet, nächstes Jahr das letzte Mal stattfinden. Ein Drittel der Plätze ist bereits belegt. Wenn du noch ein Teil meiner Arbeit im Dienste der Pferde, der Menschen und anderer Tiere sein möchtest, dann melde dich.

Catherin

Das Pferd, das nicht spricht

Das Pferd, das nicht spricht