Ina hat einen jungen, wilden Wallach, der nicht einfach funktioniert. Er war deshalb unbeliebt bei den Stallbetreibern und es wurde Ina sehr viel reingeredet, was sie mit ihm zu tun hätte, damit er ein ordentliches Pferd wird. Den beiden stand der Stallwechsel sehr bevor. Toni konnte ursprünglich kaum geführt werden, ein Transport erschien quasi unmöglich:

“Liebe Catherin,

nach unserem letzten Gespräch über meinen Hafibub Toni wollte ich mich kurz bei Dir melden und Dir über die geplante und ersehnte Umstallung berichten.
Am 30. April führ der Pferde LKW nach Lingen und ich traf mich dort mit Mark, dem Transporteur um Toni einzuladen. Dieser stand aber in sehr hügeligem Gelände, wir konnten nuir bis 800 Meter an die Herde ran.Ich war aufgeregt, denn Toni war noch nie gerne von der Herde weg gegangen, wurde meist aufgeregt und riß sich los. Bei der letzten Hängerfahrt war er in Panik geraten und Schweiß gebadet.

Als führten wir ihn die 800 Meter über Wiese und Feld und er ging mit uns, als wäre es nie anders gewesen. Er drehte sich nicht um. Verabschiedet hatte er sich denke ich vorher schon, ich hatte es ihm ja mehrfach erklärt, nämlich dass er nach Hause komme, da wo er bleiben werde, in meiner Nähe, für immer. Er stieg beim ersten Anlauf in den Hänger , ich konnte es kaum fassen.

Im neuen Stall haben wir ein gutes Standing. Vier Nächte war er nachts noch in der Box, als Schutz, mittlerweile ist er Tag und Nacht nur noch in einer großen Wallachherde mit 28 anderen Wallachen.

Schon am ersten Tag ist er zum Kinderstar mutiert und ich erlaube den Kindern ihn zu streicheln, aber nur, wenn er es mag und es auf freiwilliger Basis geschieht, er also weggehen kann. Wir machen kleine Basics jeden Tag, immer ein bißchen länger… ein bißchen führen, putzen, Hufe etc. Es gibt von seiner Seite nichts auffälliges, er ist etwas ängstlich, aber immer kooperativ. Auch ist er vollkommen sozial, konnte viel schneller in die Herde integriert werden als andere Neulinge dort.
Wir werden dort gemocht, dass sage ich ohne anzugeben, sondern einfach weil es gut tut und ich jetzt merke, wie die Zeit im vergangenen Stall, wo man uns nichts tat, aber uns auch nur noch duldete und belächelte, von mir abfällt.

Danke noch mal für deine Beratung und das Mut machen, liebe Catherin.

Ich melde mich im Herbst zu einem erneuten Gespräch.

Alles Liebe,

Ina und Toni”

Der kleine Hengst – die Entscheidung

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